Die Bowers & Wilkins 800 Serie Diamond D5 führt eine Lautsprecherreihe weiter, die seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Referenzen im High-End-Bereich gehört. Gerade deshalb ist eine neue Generation spannend, denn die bisherige D4 war technisch bereits sehr ausgereift und klanglich auf einem Niveau, bei dem große Sprünge alles andere als selbstverständlich sind.

Bei der D5 hat Bowers & Wilkins das Grundkonzept nicht neu aufgesetzt. Viele Änderungen sitzen tiefer in der Konstruktion, bei der Gehäuseversteifung, der mechanischen Präzision einzelner Bauteile und in der Fertigung selbst. Wie weit diese Weiterentwicklung tatsächlich geht, konnten wir uns direkt bei Bowers & Wilkins im Werk in Worthing ansehen.
D5 ist mehr als ein Facelift der D4
Äußerlich bleibt die 800 Serie Diamond D5 ihrer Linie treu. Der Diamond-Hochtöner sitzt weiterhin im charakteristischen Tweeter-on-Top-Gehäuse, die größeren Modelle arbeiten mit dem separaten Turbine Head und auch die geschwungene Gehäuseform gehört weiterhin klar zur Serie.
Die eigentlichen Änderungen liegen tiefer. Bowers & Wilkins hat die Matrix-Versteifung weiterentwickelt, zusätzliche Aluminium-Elemente integriert und die mechanische Präzision einzelner Bauteile noch einmal erhöht. Das Gehäuse soll dadurch möglichst wenig Eigenleben entwickeln und den Chassis eine ruhigere Arbeitsumgebung geben.
Besonders deutlich wird dieser Aufwand bei 801 D5, 802 D5 und 803 D5. Alle drei kombinieren den Diamond-Hochtöner mit einem separat ausgeführten Turbine Head für den Continuum-Mitteltöner und einem aufwendig versteiften Bassgehäuse. Die 804 D5 bringt viele dieser Technologien in ein schlankeres, klassischeres Standlautsprecher-Format. Die 805 D5 reduziert das Konzept schließlich auf einen kompakten Zweiwege-Lautsprecher.
Die wichtigsten Punkte der D5-Serie
- weiterentwickelte Matrix™-Versteifung
- zusätzliche Aluminium-Elemente im Gehäuse
- höhere Fertigungspräzision bei Hoch- und Mitteltongehäusen
- präzisere Qualitätskontrolle von Treibern und Frequenzweichen
Damit ist die Serie nicht einfach nur nach Größe gestaffelt. Die Modelle unterscheiden sich auch darin, wie viel Gehäusevolumen, Bassleistung und konstruktiver Aufwand für den jeweiligen Raum sinnvoll sind.
801 D5 und 802 D5 – die großen Referenzmodelle
Am oberen Ende der Serie stehen 801 D5 und 802 D5. Beide nutzen einen 150-mm-Continuum-FST-Mitteltöner im Turbine Head und zwei große Aerofoil-Tieftöner.
Die 801 D5 bleibt das Flaggschiff. Zwei 250-mm-Tieftöner bringen enorme Membranfläche mit und geben ihr entsprechend viel Reserven im unteren Frequenzbereich. Gerade in großen Räumen entsteht dadurch eine Souveränität, die bei tiefen Frequenzen, großen Dynamiksprüngen und hohen Pegeln ihre Stärke ausspielt.
Die 802 D5 übernimmt einen großen Teil dieses Aufbaus, arbeitet im Bass aber mit zwei 200-mm-Chassis. Sie bleibt damit ein ausgewachsener Referenzlautsprecher, beansprucht im Raum aber etwas weniger Präsenz und lässt sich leichter in hochwertige Wohn- und Hörräume integrieren.
Welche der beiden sinnvoller ist, hängt vor allem von Raumgröße, Hörabstand und gewünschter Bassleistung ab.
803 D5 – Turbine Head im kompakteren Format
Die Bowers & Wilkins 803 D5 ist das kleinste Standmodell der Serie mit dem charakteristischen Turbine Head. Damit bleibt ein wesentlicher Teil der Architektur von 801 und 802 erhalten, während Gehäuse und Bassbestückung bereits deutlich wohnraumfreundlicher ausfallen.
Ein 130-mm-Continuum-FST-Mitteltöner arbeitet getrennt vom Bassgehäuse, darunter übernehmen zwei 180-mm-Aerofoil-Tieftöner den unteren Frequenzbereich.
Für mittelgroße bis größere Hörräume ist diese Kombination besonders interessant. Die 803 D5 bringt noch immer hohe Pegelreserven und einen sehr tief reichenden Bass mit, braucht aber deutlich weniger Raum als die beiden größeren Modelle.
804 D5 – Referenztechnik für den Wohnraum
Die 804 D5 rückt noch stärker in Richtung Wohnraumintegration. Sie verzichtet auf den separaten Turbine Head und bleibt damit näher an der klassischen Form eines Standlautsprechers.
Der Diamond-Hochtöner sitzt weiterhin im Tweeter-on-Top-Gehäuse, während der 130-mm-Continuum-FST-Mitteltöner in einem eigenen Aluminiumgehäuse arbeitet. Zwei 165-mm-Aerofoil-Tieftöner übernehmen den Bassbereich.
Durch diese Bauform wirkt die 804 D5 deutlich schlanker als 803, 802 oder 801 und lässt sich leichter positionieren. Gerade in mittelgroßen Räumen oder hochwertigen Wohnraumsystemen kann diese Balance aus Größe, Technik und Bassleistung sehr stimmig sein.
805 D5 – die 800 Serie im kompakten Format
Die 805 D5 ist das kompakteste Modell der neuen Serie. Sie arbeitet als Zweiwege-Lautsprecher mit einem 165-mm-Continuum-Chassis für Mittelton und Bass, während der Diamond-Hochtöner weiterhin separat im Tweeter-on-Top-Gehäuse sitzt.
Gerade in kleineren bis mittelgroßen Räumen kann dieses Konzept sehr gut funktionieren. Die 805 D5 braucht weniger Platz und lässt sich auf dem passenden FS-805 Standfuß sauber integrieren. Ihr Schwerpunkt liegt stärker auf Präzision, räumlicher Abbildung und sauberer Durchzeichnung als auf maximalem Tiefbass.
Die D5-Modelle im direkten Überblick
| Modell | Bauart | Bassbestückung | Charakter | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| 801 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 250 mm Aerofoil™ | maximale Souveränität | große Hörräume, Referenz-Stereo, großes Heimkino |
| 802 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 200 mm Aerofoil™ | nahe am Flaggschiff | große Wohn- und Hörräume |
| 803 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 180 mm Aerofoil™ | kompaktestes Modell mit Turbine Head | mittelgroße bis große Räume |
| 804 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 165 mm Aerofoil™ | schlank und wohnraumfreundlich | hochwertige Wohnraumsysteme |
| 805 D5 | 2-Wege Kompaktlautsprecher | 1 × 165 mm Continuum™ | kompakt und präzise | kleinere bis mittelgroße Räume |
Die D5-Modelle im direkten Überblick
| Modell | Bauart | Bassbestückung | Charakter | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| 801 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 250 mm Aerofoil™ | maximale Souveränität | große Hörräume, Referenz-Stereo, großes Heimkino |
| 802 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 200 mm Aerofoil™ | nahe am Flaggschiff | große Wohn- und Hörräume |
| 803 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 180 mm Aerofoil™ | kompaktestes Modell mit Turbine Head | mittelgroße bis große Räume |
| 804 D5 | 3-Wege Standlautsprecher | 2 × 165 mm Aerofoil™ | schlank und wohnraumfreundlich | hochwertige Wohnraumsysteme |
| 805 D5 | 2-Wege Kompaktlautsprecher | 1 × 165 mm Continuum™ | kompakt und präzise | kleinere bis mittelgroße Räume |
HTM81 D5 und HTM82 D5 – die passenden Center fürs Heimkino
Für ein Heimkino auf Basis der 800 Serie Diamond D5 stehen mit HTM81 D5 und HTM82 D5 zwei Center-Lautsprecher zur Verfügung. Der größere HTM81 D5 ist für Systeme mit 801 D5 oder 802 D5 vorgesehen, während der kompaktere HTM82 D5 besonders gut zu 803 D5 und 804 D5 passt. Beide greifen die zentralen Technologien der Serie auf und halten die Front damit klanglich möglichst geschlossen.
| Center | Mitteltöner | Tieftöner | Passende Frontmodelle |
|---|---|---|---|
| HTM81 D5 | 150 mm Continuum™ FST | 2 × 200 mm Aerofoil™ | 801 D5 / 802 D5 |
| HTM82 D5 | 130 mm Continuum™ FST | 2 × 165 mm Aerofoil™ | 803 D5 / 804 D5 |
| Center | Mitteltöner | Tieftöner | Passende Frontmodelle |
|---|---|---|---|
| HTM81 D5 | 150 mm Continuum™ FST | 2 × 200 mm Aerofoil™ | 801 D5 / 802 D5 |
| HTM82 D5 | 130 mm Continuum™ FST | 2 × 165 mm Aerofoil™ | 803 D5 / 804 D5 |
Gerade bei großen Bildbreiten und hohen Pegeln spielt dieser Zusammenhang eine wichtige Rolle, weil Stimmen, Musik und Effekte über die gesamte Front möglichst aus einem Guss kommen sollen.
Was wir bei Bowers & Wilkins in Worthing gesehen haben
Die technischen Änderungen der D5 lassen sich auf dem Datenblatt schnell zusammenfassen. In Worthing wurde allerdings deutlich, wie viel Aufwand tatsächlich hinter der Konstruktion steckt. Die Gehäuse entstehen aus mehreren Materiallagen, die unter hohem Druck und Wärme in Form gebracht werden. Wandstärken und Aufbau unterscheiden sich je nach Modell, anschließend werden die Gehäuse auf CNC-Anlagen weiterbearbeitet.
Auch die einzelnen Komponenten werden sehr genau kontrolliert. Diamond-Hochtöner und andere Treiber werden nach der Fertigung gegen definierte Referenzen gemessen. Das Gleiche gilt für die Frequenzweichen. Erst wenn die jeweiligen Werte passen, werden die Bauteile für den Einbau freigegeben.
Was uns bei der Fertigung besonders aufgefallen ist
- sehr hoher Aufwand bei Gehäusebau und Versteifung
- konsequente Referenzmessung einzelner Komponenten
- moderne Maschinen und präzise CNC-Bearbeitung
- viel Handarbeit bei Oberflächen und Endkontrolle
- langjährige Erfahrung vieler Mitarbeiter in der Produktion
Bei den Gehäusen für Hoch- und Mittelton wurde die Fertigungspräzision ebenfalls weiter erhöht. Dafür arbeitet Bowers & Wilkins inzwischen mit einem italienischen Zulieferer zusammen, der auch Präzisionsteile für den Motorsport fertigt. Stärker als einzelne technische Schlagworte blieb bei unserem Besuch aber die Mischung aus Präzision und Erfahrung hängen. Viele Mitarbeiter arbeiten seit Jahren oder Jahrzehnten dort und kennen die Baureihe entsprechend genau. Diese Routine steckt in vielen Arbeitsschritten, die am fertigen Lautsprecher kaum sichtbar sind.
D4 gegen D5 – im Research Center wurde der Unterschied schnell deutlich
Der zweite Teil unseres Besuchs führte ins Research Center von Bowers & Wilkins. Dort stehen nicht nur viele frühere Generationen der 800 Serie, sondern auch speziell aufgebaute Hörräume für die Entwicklung. Bemerkenswert ist dabei, wie konsequent versucht wird, die Vergleichsbedingungen konstant zu halten:
- akustisch exakt abgestimmte Hörräume
- definierte Kabel- und Signalwege
- teilweise seit Jahren verwendete Referenzelektronik
- möglichst nur eine veränderte Variable: der Lautsprecher
Der Grund ist nachvollziehbar. Wenn sich Quelle, Verstärker oder Signalweg gleichzeitig ändern, wird es schwieriger zu beurteilen, was tatsächlich vom Lautsprecher kommt. Unter diesen Bedingungen konnten wir D4 und D5 direkt miteinander vergleichen.
Gerade weil die D4 bereits sehr weit entwickelt ist, hatten wir eher mit kleinen Unterschieden gerechnet. Der Wechsel zwischen den Generationen fiel jedoch deutlich unmittelbarer aus. Es brauchte weder viele Durchgänge noch besonders ausgesuchte Teststellen, um zu hören, dass sich etwas verändert hat. Wie groß diese Unterschiede bei den einzelnen Modellen ausfallen, wollen wir bewusst noch einmal im eigenen Showroom nachvollziehen. Einige D4-Modelle bleiben deshalb vorerst bei uns, damit später ein direkter Vergleich unter identischen Bedingungen möglich ist.
HeimkinoWelt meint
Die neue Bowers & Wilkins 800 Serie Diamond D5 wirkt nach unserem ersten Eindruck wie eine sehr konsequente Weiterentwicklung einer ohnehin bereits weit ausgereiften Baureihe.
Viele Änderungen sitzen tief in der Konstruktion und werden erst verständlich, wenn man sieht, wie viel Aufmerksamkeit Bowers & Wilkins Gehäuse, Fertigung und mechanischer Präzision widmet. Im direkten Vergleich mit der D4 war die Weiterentwicklung für uns unmittelbar hörbar, obwohl die bisherige Generation bereits auf einem sehr hohen Niveau spielt.
Welche D5 am Ende die richtige ist, lässt sich trotzdem nicht allein aus der Modellhierarchie ableiten. Raumgröße, Hörabstand, gewünschter Pegel und die restliche Elektronik spielen mindestens genauso stark hinein. Gerade bei Lautsprechern auf diesem Niveau entscheidet am Ende weniger die Tabelle als der Raum, in dem sie spielen sollen.
FAQ zur Bowers & Wilkins 800 Serie Diamond D5
Bowers & Wilkins hat die D5 vor allem konstruktiv weiterentwickelt. Dazu gehören eine überarbeitete Matrix™-Versteifung, zusätzliche Aluminium-Elemente, höhere Fertigungspräzision sowie optimierte Gehäuse für Hoch- und Mittelton. Viele Änderungen sind von außen kaum sichtbar, sollen aber Resonanzen reduzieren und den Chassis eine ruhigere Arbeitsumgebung geben.
Die D5 ist eine Weiterentwicklung der bisherigen D4-Generation und behält deren grundlegendes Konzept bei. Unterschiede liegen unter anderem in der Gehäusekonstruktion, der Versteifung und der mechanischen Präzision einzelner Bauteile. Bei unserem direkten Vergleich im Bowers-&-Wilkins-Research-Center war die klangliche Weiterentwicklung bereits beim Wechsel zwischen D4 und D5 nachvollziehbar.
Die Serie umfasst die Standlautsprecher 801 D5, 802 D5, 803 D5 und 804 D5, den Kompaktlautsprecher 805 D5 sowie die beiden Center-Lautsprecher HTM81 D5 und HTM82 D5.
Für große Hörräume sind vor allem 801 D5 und 802 D5 ausgelegt. Die 803 D5 verbindet die große Turbine-Head-Konstruktion mit kompakteren Abmessungen, während die 804 D5 stärker auf Wohnraumintegration ausgelegt ist. Die 805 D5 eignet sich besonders für kleinere bis mittelgroße Räume. Die passende Größe hängt zusätzlich von Hörabstand, Aufstellung, gewünschtem Pegel und der Raumakustik ab.
Ja. Die D5-Serie eignet sich sehr gut für hochwertige Mehrkanal- und Heimkino-Systeme. Mit HTM81 D5 und HTM82 D5 stehen zwei passende Center-Lautsprecher zur Verfügung. Der HTM81 D5 ist vor allem für Systeme mit 801 D5 oder 802 D5 vorgesehen, der HTM82 D5 passt besonders gut zu 803 D5 und 804 D5.
Die 800 Serie Diamond D5 wird im Bowers-&-Wilkins-Werk in Worthing an der englischen Südküste gefertigt. Dort werden unter anderem die Gehäuse bearbeitet, Treiber und Frequenzweichen geprüft, Oberflächen fertiggestellt und die Lautsprecher vor der Auslieferung kontrolliert.



















