Fezz Audio Titania MK2 – KT88-Röhrenverstärker mit 60 Watt und Auto-Bias
14. August 2026
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Fezz Audio Titania MK2 – KT88-Röhrenverstärker mit 60 Watt und Auto-Bias

Ein Röhrenverstärker bringt bis heute eine eigene Faszination mit sich. Sichtbare Röhren, große Ausgangsübertrager und eine Technik, die unmittelbar erkennen lässt, wie viel klassische Verstärkerentwicklung darin steckt. Gleichzeitig gehört zu diesem Konzept traditionell etwas mehr Aufmerksamkeit, weil Röhren altern, Wärme zum Betrieb gehört und die Abstimmung der Endstufe eine größere Rolle spielt als bei vielen modernen Transistorverstärkern.

Die Fezz Audio Titania MK2 setzt genau an diesem Punkt an. Die grundsätzliche Idee bleibt klassisch, technisch wurde der Verstärker allerdings deutlich weiterentwickelt. Fezz spricht von einer vollständig neuen Schaltungstopologie, einem überarbeiteten Signalweg und einer verbesserten Treiberstufe. Vier KT88 arbeiten weiterhin in einer Push-Pull-Class-AB-Schaltung, die Ausgangsleistung steigt gegenüber der bisherigen Titania von 45 auf 60 Watt pro Kanal.

60 Watt aus vier KT88

Die Titania MK2 bleibt ihrem bisherigen Konzept treu und nutzt weiterhin vier KT88 in der Endstufe. Neu ist die Auslegung mit drei 12AX7 beziehungsweise ECC83 in Vor- und Treiberstufe, was bereits zeigt, dass Fezz die Schaltung stärker überarbeitet hat, als die äußerlich vertraute Form vermuten lässt.

60 Watt Ausgangsleistung sind bei einem Röhrenverstärker dieser Bauart durchaus relevant. Für die Lautsprecherauswahl zählt dabei weniger die reine Wattzahl als das Zusammenspiel aus Wirkungsgrad, Impedanzverlauf und Raumgröße. Fezz stellt separate Lautsprecheranschlüsse für 4 und 8 Ohm bereit, wodurch sich die Endstufe besser an unterschiedliche Lautsprecher anpassen lässt.

Die zusätzliche Leistungsreserve erweitert den Spielraum gegenüber dem Vorgänger und passt gut zur grundsätzlichen Ausrichtung der Titania MK2. Sie ist kein bewusst zart abgestimmter Röhrenverstärker für kleine Besetzungen und sehr wirkungsgradstarke Lautsprecher, sondern ein vergleichsweise kräftiges Konzept, das auch bei dynamischer Musik und etwas anspruchsvolleren Lautsprechern ausreichend Kontrolle behalten soll.

Die technische Überarbeitung zielt dabei weniger auf einen besonders weichen oder stark gefärbten Röhrencharakter. Die Titania MK2 ist eher auf Dynamik, Kontrolle und eine saubere Durchzeichnung ausgelegt, behält dabei aber die Körperhaftigkeit und natürliche Tonalität, die viele Hörer mit einer guten KT88-Schaltung verbinden.

Röhrenbetrieb mit weniger Aufmerksamkeit

Fast spannender als die zusätzlichen 15 Watt sind einige Veränderungen, die erst im täglichen Umgang wichtig werden. Fezz hat dafür mehrere Funktionen integriert, die den klassischen Röhrenbetrieb unkomplizierter machen:

  • Auto-Bias: Der Arbeitspunkt der KT88 wird automatisch kontrolliert und korrigiert.
  • Röhrenschutz: Jede Endröhre wird separat überwacht, eine LED zeigt im Fehlerfall die betroffene Röhre an.
  • Vorheizzyklus: Nach dem Einschalten wartet die Titania MK2 rund zwei Minuten, bevor sie in den normalen Betrieb geht.
  • Standby-Modus: Der Verstärker lässt sich im Alltag komfortabler nutzen und muss nicht bei jeder kurzen Unterbrechung vollständig neu gestartet werden.

Beim späteren Röhrenwechsel müssen weiterhin geeignete, selektierte Röhren verwendet werden, die eigentliche Bias-Justage übernimmt der Verstärker jedoch selbst.

Die Röhren KT88 im Detail.

Die grundlegenden Eigenschaften eines Röhrenverstärkers bleiben natürlich erhalten. Die Endröhren entwickeln viel Wärme, benötigen ausreichend Luft rund um das Gerät und sind Verschleißteile. Fezz empfiehlt mindestens zehn Zentimeter Abstand zu anderen Geräten oder Möbelteilen und eine stabile, gut belüftete Aufstellung. Im täglichen Betrieb verlangt die Titania MK2 ihrem Besitzer trotzdem deutlich weniger Beschäftigung mit der Technik ab, als es klassische Röhrenkonzepte oft erwarten lassen.

Zwei Steckplätze verändern das Konzept

Auf der Rückseite sitzen zunächst drei klassische Cinch-Eingänge, ein Direct-In und ein Subwoofer-Ausgang. Hinzu kommen zwei Erweiterungssteckplätze, über die sich die Ausstattung später anpassen lässt. Für diese beiden Slots bietet Fezz unterschiedliche Module an:

  • MM-Phono für Plattenspieler mit Moving-Magnet-Tonabnehmer
  • DAC für digitale Quellen
  • Bluetooth für kabelloses Streaming
  • XLR / RCA für zusätzliche analoge Anschlussmöglichkeiten

Dadurch lässt sich die Titania relativ genau an die eigene Anlage anpassen. Wer ausschließlich analoge Quellen nutzt, kann den Verstärker bewusst schlicht halten oder beispielsweise eine Phonostufe ergänzen. Kommt später ein digitaler Zuspieler hinzu, lässt sich ein DAC-Modul nachrüsten.

Gerade bei einem Röhrenverstärker passt dieser modulare Ansatz gut. Die eigentliche Verstärkerschaltung bleibt der Mittelpunkt, während sich die Ausstattung mit den Anforderungen verändern kann. Dadurch muss Fezz nicht von Anfang an jede denkbare Funktion fest integrieren.

Mehr Komfort im täglichen Betrieb

Eine Fernbedienung gehört bei einem modernen Vollverstärker eigentlich zu den unspektakulären Dingen, bei klassischen Röhrenkonzepten ist sie trotzdem nicht selbstverständlich. Bei der Titania MK2 lassen sich Lautstärke, Eingangswahl und Standby über die mitgelieferte IR-Fernbedienung steuern.

Ein Röhrenschutzgitter gehört ebenfalls zum Lieferumfang, ebenso der bereits erwähnte Subwoofer-Ausgang.

Damit lässt sich die Titania wesentlich selbstverständlicher als zentrale Verstärkerlösung einer normalen Stereoanlage einsetzen. Streamer, CD-Player oder Plattenspieler finden genauso Platz wie ein aktiver Subwoofer, während die sichtbaren KT88 und die großen Ausgangsübertrager weiterhin klar zeigen, dass hier ein klassisches Röhrenkonzept arbeitet.

Gerade diese Verbindung ist bei der MK2 entscheidend. Fezz versucht nicht, aus der Titania einen möglichst vollständigen Netzwerkverstärker zu machen. Die Modernisierung findet dort statt, wo sie den täglichen Umgang verbessert, während der eigentliche Charakter des Verstärkers weitgehend unangetastet bleibt.

HeimkinoWelt meint

Die Fezz Audio Titania MK2 ist weniger deshalb interessant, weil aus 45 jetzt 60 Watt geworden sind. Die eigentliche Weiterentwicklung sitzt an vielen Stellen dort, wo klassische Röhrentechnik im Alltag manchmal etwas mehr Aufmerksamkeit verlangt.

Auto-Bias, Röhrenschutz, Vorheizzyklus und Standby nehmen Arbeit ab, während die zwei Modulplätze genügend Flexibilität für unterschiedliche Anlagen schaffen. Gleichzeitig bleibt mit vier KT88, Ausgangsübertragern und einer Push-Pull-Class-AB-Schaltung ein sehr klassisches Verstärkerkonzept erhalten.

Auch die klangliche Ausrichtung passt dazu. Die Titania MK2 verfolgt keinen übermäßig romantischen Röhrenansatz, sondern verbindet die typische Körperhaftigkeit einer KT88-Endstufe mit mehr Kontrolle und Dynamik. Gerade bei modernen Lautsprechern und abwechslungsreicher Musik kann diese Mischung interessanter sein als ein Verstärker, der vor allem über einen besonders warmen Charakter gefallen möchte.

Damit wird aus der Titania kein digitaler Alleskönner. Sie bleibt ein Röhrenvollverstärker, nur einer, bei dem die Technik im täglichen Betrieb etwas stärker in den Hintergrund rücken darf.

FAQ zur Fezz Audio Titania MK2

In der Endstufe arbeiten vier KT88. Für Vor- und Treiberstufe verwendet Fezz drei 12AX7 beziehungsweise ECC83.

Fezz gibt eine Ausgangsleistung von 60 Watt pro Kanal an. Die vorherige Titania lag bei 45 Watt pro Kanal.

Die MK2 wurde technisch deutlich umfassender überarbeitet, als die ähnliche Optik zunächst vermuten lässt. Die Leistung steigt von 45 auf 60 Watt pro Kanal, Fezz verwendet eine neue Schaltungstopologie und eine überarbeitete Treiberstufe. Hinzu kommen Auto-Bias, eine neue Röhrenschutzschaltung, ein zweiminütiger Vorheizzyklus, Standby, eine erweiterte Fernbedienung und zwei Steckplätze für optionale Module.

Die Titania MK2 besitzt eine automatische Bias-Regelung, die den Arbeitspunkt der Endröhren selbstständig kontrolliert und korrigiert. Beim Röhrenwechsel sollten weiterhin passende und selektierte Röhren verwendet werden.

Über eines der optionalen Erweiterungsmodule lässt sich eine MM-Phonostufe integrieren. Alternativ kann eine externe Phonovorstufe an einem der Cinch-Eingänge verwendet werden.

Ab Werk ist die Titania MK2 primär analog ausgelegt. Über einen Erweiterungssteckplatz kann ein optionales DAC-Modul ergänzt werden, zusätzlich bietet Fezz ein Bluetooth-Modul an.

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